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Bergman, Ingmar
LATERNA MAGICA - Mein Leben
Autobiographie
400 Seiten Alexander Verlag Berlin Broschur ISBN: 978-3-89581-093-0
19.90 €

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Ingmar Bergmans Memoiren sind ein rückhaltloses Bekenntnis zu seinen großen Leidenschaften: Theater und Film. Künstlerische und persönliche Ehrlichkeit waren immer Bergmans Credo.
Radikal offen ist er auch in seiner Schilderung von der Kindheit im protestantisch-strengen Pfarrhaus, der Konkurrenz zu den Geschwistern, der prägenden Begegnungen mit Sexualität, Liebe und Tod. Begegnungen mit großen Künstlern wie Greta Garbo, Ingrid Bergman, Laurence Olivier oder Herbert von Karajan beschreibt Bergman pointiert, manchmal kritisch. Durch Voraus- und Rückblenden verdeutlicht er immer wieder Bezüge zwischen Leben und Werk - auch als Erzähler bleibt Bergman Regisseur, der nie das Gefühl für Dramaturgie verliert.
»Also: Das meiste, was im deutschen Theater auf mich einstürzt, ist nicht totale Freiheit, sondern totale Neurose. Was soll den armen Teufeln denn auch noch einfallen, um das Publikum und vor allem die Kritik dazu zu bringen, auch nur die Augenbraue zu heben. Ein junger Regisseur erhält den Auftrag, Kleists Zerbrochenen Krug zu inszenieren. Er selbst hat das Stück siebenmal in verschiedenen Fassungen gesehen. Er weiß, daß sein Publikum von Kindesbeinen an einundzwanzig Versionen gesehen hat und daß die Kritik sich durch achtundfünfzig Fassungen durchgegähnt hat. Jetzt kommt es also darauf an, frech zu sein, wenn man sich profilieren will. Freiheit ist das nicht. Inmitten dieses Chaos blühen Theatererlebnisse, geniale Interpretationen und entscheidende, explosive Ausbrüche. Die Leute gehen ins Theater, beklagen sich laut. Oder freuen sich. Oder beklagen und freuen sich. Die Presse ist mit von der Partie. Ununterbrochen detonieren lokale Theaterkrisen, ein Skandal löst den anderen ab, Kritiker schänden und werden geschändet, es ist, kurz gesagt, ein teuflischer Radau. Krisen in Massen, aber kaum eine richtitige Krise.«
Ingmar Bergman (aus Laterna Magica)
Weitere Infos unter:
Seite der Ingmar-Bergman-Stiftung
Bergman Interviews auf YouTube
PRESSESTIMMEN
»In seiner Autobiographie hat er sich selbst zum Gegenstand seiner unerschöpflichen Neugier gemacht. Schonungslos ehrlich führt er sich selbst vor in seinen Schwächen und seinen Neurosen. Wie ein roter Faden zieht sich – neben der Theaterarbeit – seine Filmleidenschaft durch diese Erinnerungen, und auch dabei erweist er sich als selbstkritisch und als ein verblüffend leichtfüßiger und selbstironischer Erzähler.«
Badische Neueste Nachrichten
»In schonungsloser Ehrlichkeit führt er sich selbst vor in seinen Schwächen und seinen Neurosen, die er als Resultat einer streng protestantischen Erziehung mit sich herum trägt. Er verschweigt weder seine Darmschwäche, die ihn bei Lampenfieber immer wieder aufs Klo treibt, noch seine jugendliche Begeisterung für Adolf Hitler, den er als Austausch-Schüler in Deutschland in Aktion erlebt hat. Wie ein roter Faden zieht sich - neben der Theaterarbeit - seine Filmleidenschaft durch diese "unordentlichen" Erinnerungen, und auch dabei erweist er sich als selbstkritisch, so trifft er genau den wunden Punkt bei seinem "deutschen" Film "Das Schlangenei". "Im Schlangenei begab ich mich in ein Berlin, das niemand wiedererkannte, nicht einmal ich selbst." Man mag bedauern, dass er den vielen Frauen in seinem Leben, seien es seine Schauspielerinnen oder seine diversen Geliebten und Ehefrauen so relativ wenig Aufmerksamkeit schenkt. Aber das kann auch einfach daran liegen, dass man sich bei dieser Autobiografie ohnehin wünscht, sie wäre noch umfangreicher und detaillierter. Der große Filmemacher Ingmar Bergman, dessen Filme oft bis an die Schmerzgrenze unerbittlich sind, erweist sich dabei als ein verblüffend leichtfüßiger und selbstironischer Erzähler.«
Peter Kohl, TITEL – Magazin für Literatur und mehr (2003)
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